Fellpflege beim Briard
Werkzeug, Bürstroutine, Filz, Fellwechsel, Pfoten und Afterkrallen: so bleibt das lange Ziegenhaar des Briards gesund und schön.
Das Fell ist das Markenzeichen des Briards und gleichzeitig der Punkt, den viele Interessenten unterschätzen. Es ist kein pflegeleichtes Kurzhaar, aber auch kein Ausstellungsfell, das täglich stundenlang gebürstet werden muss. Mit dem richtigen Werkzeug und einer festen Routine wird die Pflege zu einem ruhigen Ritual, das auch die Bindung stärkt.
So ist das Briard-Fell aufgebaut
Der FCI-Standard beschreibt das Haar als trocken, geschmeidig und lang, mit ziegenhaarartiger Struktur und wenig Unterwolle. Zu kurzes (unter 7 cm), weiches oder wolliges Haar gilt als schwerer Fehler. Diese Struktur hat praktische Folgen:
- Schmutz haftet weniger stark als bei weichem Fell und lässt sich nach dem Trocknen oft ausbürsten.
- Lose Haare fallen nicht einfach heraus, sondern bleiben im Fell hängen und verdrehen sich zu Knoten.
- Typische Filzstellen sind hinter den Ohren, unter den Achseln, an der Brust, an den Innenseiten der Hinterläufe und an der Rute.
Das Werkzeug
| Werkzeug | Wofür |
|---|---|
| Zupfbürste (Pin-Brush) mit langen Stiften ohne Kugeln oder mit Kugeln | Grundpflege, Schichten durchbürsten |
| Grober Kamm mit langen Zinken | Kontrolle bis auf die Haut, Knoten finden |
| Feiner Kamm | Gesicht, Bart, Pfoten |
| Entfilzungskamm oder Filzlöser | einzelne Knoten vorsichtig öffnen |
| Abgerundete Schere | Haare zwischen den Ballen, Hygienebereich |
| Krallenzange oder Krallenschleifer | Krallen, besonders die doppelten Afterkrallen |
| Sprühflasche mit Wasser oder Pflegespray | Fell leicht anfeuchten, damit es beim Bürsten nicht bricht |
Gute Werkzeuge halten viele Jahre. Wichtig ist, dass Bürste und Kamm wirklich bis zur Haut reichen, sonst bürstest du nur die Oberfläche glatt, während darunter Filz entsteht.
Die Routine: Bürsten in Schichten
Die wichtigste Technik ist das Bürsten in Schichten, oft auch Linienbürsten genannt:
- Leg den Hund bequem auf die Seite oder lass ihn stehen. Viele Briards lernen schnell, beim Pflegen zu entspannen.
- Feuchte das Fell leicht an. Trockenes Haar bricht beim Bürsten.
- Teile mit einer Hand eine Linie im Fell, sodass die Haut sichtbar wird.
- Bürste die Haare unterhalb der Linie von der Haut nach außen, Abschnitt für Abschnitt.
- Verschiebe die Linie um wenige Zentimeter und wiederhole das, bis die ganze Körperseite fertig ist.
- Kontrolliere zum Schluss mit dem groben Kamm: Er sollte überall ohne Widerstand bis zur Haut gleiten.
Für den ganzen Hund brauchst du am Anfang leicht eine Stunde oder mehr. Mit Übung und regelmäßiger Pflege geht es schneller.
Knoten und Filz
Kleine Knoten öffnest du mit den Fingern oder einem Filzlöser, indem du sie von außen nach innen in einzelne Strähnen zerteilst. Halte das Fell dabei an der Haut fest, damit es nicht ziept. Große, hautnahe Filzplatten solltest du nicht mit Gewalt auskämmen, das schmerzt und kann die Haut verletzen. In solchen Fällen hilft ein erfahrener Hundefriseur, notfalls wird die Stelle vorsichtig herausgeschnitten.
Der große Fellwechsel
Zwischen dem Welpenfell und dem erwachsenen Haarkleid liegt beim Briard eine Phase, in der das Fell besonders stark verfilzt. Das weiche Welpenhaar und das nachwachsende, strukturiertere Haar verdrehen sich ineinander. In dieser Zeit sind tägliche kurze Kontrollen sinnvoll. Wer den Welpen von Anfang an an Bürste, Kamm und das Anfassen von Pfoten und Ohren gewöhnt, hat jetzt einen großen Vorteil.
Pfoten, Ohren, Bart und Afterkrallen
- Pfoten: Haare zwischen den Ballen kurz halten, Fremdkörper wie Grannen nach Spaziergängen entfernen.
- Krallen: regelmäßig kontrollieren und kürzen, wenn sie beim Laufen auf hartem Boden klackern.
- Doppelte Afterkrallen: laufen sich nicht ab und können einwachsen. Kontrolliere sie bei jeder Pflege.
- Ohren: einmal pro Woche ansehen und riechen. Rötung, starker Geruch oder Kopfschütteln gehören zum Tierarzt.
- Bart: nach dem Fressen und Trinken auswaschen oder abtrocknen, damit er nicht verklebt oder unangenehm riecht.
- Augen: Haare dürfen die Augen halb bedecken, aber nicht hineinstechen. Verklebungen vorsichtig mit einem feuchten Tuch lösen.
Baden
Ein Briard muss selten gebadet werden. Wenn doch, bürste ihn vorher gründlich durch, denn Wasser zieht bestehende Knoten fester. Verwende ein mildes Hundeshampoo, spüle sehr gründlich und trockne das Fell vollständig, am besten mit einem Hundefön auf niedriger Temperatur, während du in Schichten durchbürstest.
Scheren: ja oder nein?
Für einen gesunden Briard ist eine Schur in der Regel nicht notwendig. Das Fell isoliert gegen Kälte und schützt im Sommer die Haut vor Sonne und Überhitzung, solange es gepflegt und luftig ist. Nach einer Schur kann das Haar anders nachwachsen, oft weicher und anfälliger für Filz. Es gibt aber gute Gründe für eine Ausnahme: großflächige Verfilzung, Hautprobleme, Operationen oder ein Senior, der langes Stehen nicht mehr verträgt. Dann ist eine kürzere, gepflegte Frisur durch einen Profi die tierfreundlichere Lösung.
Pflege im Sommer und nach dem Regen
Nach nassen Spaziergängen das Fell gut abtrocknen lassen und anschließend durchbürsten. Im Sommer hilft regelmäßiges Bürsten, damit Luft an die Haut kommt. Prüfe nach Wiesenspaziergängen das Fell auf Zecken und Grannen. Grannen können sich in Pfoten, Ohren oder Augen bohren und gehören bei Beschwerden zum Tierarzt.
Wann der Profi hilft
Ein Hundefriseur mit Erfahrung bei langhaarigen Hütehunden kann dir Technik zeigen, bei Filz helfen und eine praktische Pfotenpflege übernehmen. Frag gezielt nach Erfahrung mit Briards, denn eine Pflege wie bei Pudel oder Doodle passt nicht zum Ziegenhaar.
Quellen
- FCI-Standard Nr. 113 Berger de Brie (Briard), Abschnitt Haarkleid und Afterkrallen
Alle Themen zu Fellpflege
- Bürsten
Linienbürsten erklärt: Werkzeug, Reihenfolge, Filz lösen und ein Wochenplan, mit dem das Briard-Fell bis zur Haut gepflegt bleibt.
- Scheren
Warum eine Komplettschur beim Briard meist nicht nötig ist, wann sie medizinisch Sinn ergibt und was du stattdessen tun kannst.
- Sommer und Hitze
Spaziergänge planen, richtig abkühlen, Hitzschlag erkennen: so schützt du deinen Briard an heißen Tagen.
Fragen und Antworten
- Wie oft muss man einen Briard bürsten?
- Für die meisten erwachsenen Briards reicht eine gründliche Pflege ein- bis zweimal pro Woche, wenn dabei das ganze Fell bis zur Haut gekämmt wird. In der Zeit des Fellwechsels vom Welpen- zum Erwachsenenfell, nach Regen- und Schlammtagen oder bei sehr dichtem Fell brauchst du häufiger kurze Einheiten.
- Haart ein Briard stark?
- Ein Briard verliert vergleichsweise wenig Haare in der Wohnung, weil er wenig Unterwolle hat und lose Haare im langen Fell hängen bleiben. Genau deshalb verfilzt das Fell, wenn man die losen Haare nicht regelmäßig herausbürstet.
- Darf man einen Briard scheren?
- Aus medizinischen Gründen kann eine Schur nötig sein, etwa bei starker Verfilzung, Hautproblemen oder vor einer Operation. Als Routine im Sommer ist sie in der Regel nicht sinnvoll, denn das Fell schützt auch vor Sonne und Hitze, und nach der Schur kann es anders und weicher nachwachsen.
- Wie oft sollte man einen Briard baden?
- Selten. Das Ziegenhaar ist recht schmutzabweisend, getrockneter Schmutz lässt sich oft ausbürsten. Ein Bad mit mildem Hundeshampoo ist bei starker Verschmutzung sinnvoll. Danach muss das Fell vollständig trocknen und durchgekämmt werden, weil feuchtes Fell schnell verfilzt.
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Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Briardworld.