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Der Briard im Rasseporträt

Herkunft, FCI-Standard, Größe, Fell und Farben: alles, was den Berger de Brie als Rasse ausmacht, an einer Stelle.

Wer zum ersten Mal einen Briard sieht, bemerkt zuerst das Fell: lang, leicht gewellt, mit Bart, Schnauzbart und Augenbrauen, die die Augen halb verdecken. Darunter steckt ein kräftiger, beweglicher Arbeitshund, der über Generationen für das Führen und Bewachen von Schafherden ausgewählt wurde. Dieses Porträt fasst zusammen, was die Rasse laut Standard ausmacht und was das für den Alltag bedeutet.

Herkunft und Name

Der Briard stammt aus Frankreich. Lange liefen die Hütehunde des flachen Landes unter dem Sammelbegriff „Chiens de Berger français de Plaine“, also französische Flachland-Schäferhunde. Der Name „Berger de Brie“ taucht laut FCI erstmals 1809 auf, im Zusammenhang mit einem landwirtschaftlichen Wettbewerb des Abbé Rozier. Die Brie ist eine Landschaft östlich von Paris, ob die Rasse wirklich dort entstanden ist, lässt sich nicht sicher sagen. Der Name hat sich trotzdem gehalten.

Ausführlicher erzählt die Seite zur Geschichte des Briards, wie aus dem Hofhund eine anerkannte Rasse wurde und welche Rolle er in beiden Weltkriegen spielte.

Einordnung bei der FCI

Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) führt den Berger de Brie unter der Standardnummer 113 in der Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde) und dort in der Sektion 1, den Schäferhunden. Der Zusatz „mit Arbeitsprüfung“ bedeutet, dass für bestimmte Titel auf internationalen Ausstellungen eine Arbeitsprüfung nachgewiesen werden muss. Als Verwendung nennt der Standard ausdrücklich Hüte- und Wachhund.

Körperbau und Größe

Der Standard beschreibt den Briard als rustikalen, geschmeidigen und muskulösen Hund mittlerer Größe, der gut proportioniert, lebhaft und aufgeweckt ist. Der Körper ist etwas länger als die Widerristhöhe, der Kopf lang und kräftig, Schädel und Fang sind gleich lang.

Merkmal Vorgabe im FCI-Standard
Widerristhöhe Rüden 62 bis 68 cm
Widerristhöhe Hündinnen 56 bis 64 cm
Toleranz bis 2 cm darüber oder 1 cm darunter, außerhalb davon disqualifizierend
Rute natürlich, tief getragen, mit Haken in J-Form am Ende
Ohren hoch angesetzt, mit langem Haar bedeckt
Augen oval, ziemlich groß, dunkel (bei blauen Hunden heller erlaubt)

Ein Gewicht legt der Standard nicht fest. In der Praxis wiegen erwachsene Briards meist irgendwo zwischen 30 und 40 kg, Rüden eher mehr als Hündinnen. Entscheidend ist eine schlanke, muskulöse Figur: Unter dem langen Fell versteckt sich Übergewicht leicht, deshalb lohnt es sich, regelmäßig die Rippen zu ertasten statt nur auf die Waage zu schauen.

Ohren: kupiert ist in Deutschland tabu

In älteren Bildern und in manchen Ländern sieht man Briards mit aufrecht stehenden, kupierten Ohren. Der Standard erlaubt das nur dort, wo kein Kupierverbot besteht. In Deutschland ist das Kupieren der Ohren nach dem Tierschutzgesetz verboten. Hierzulande tragen Briards ihre Ohren natürlich, flach und mit langem Haar bedeckt.

Das Fell

Das Haarkleid ist das Markenzeichen der Rasse. Der Standard verlangt ein trockenes, geschmeidiges und langes Haar mit ziegenhaarartiger Struktur und wenig Unterwolle. Zu kurzes Haar (unter 7 cm) oder weiches, wolliges Fell gilt als schwerer Fehler.

Für Halterinnen und Halter heißt das: Ein Briard haart vergleichsweise wenig in Büscheln, aber das lange Deckhaar verfilzt, wenn man es nicht regelmäßig bis auf die Haut durchbürstet. Besonders intensiv ist die Zeit, in der das Welpenfell dem erwachsenen Fell weicht. Wie die Pflege konkret aussieht, steht im Bereich Fellpflege.

Farben

Zulässig sind laut Standard:

  • Schwarz
  • Fauve, ein warmer Falbton, auch mit wenig oder mittlerer schwarzer Überdeckung und oft mit dunkler Maske
  • Grau
  • Blau, mit blauer oder bläulicher Nase und auf Wunsch helleren Augen

Bei warmem Fauve dürfen an Läufen und Unterseite hellere Partien im gleichen Ton auftreten. Alle Farben können mit dem Alter mehr oder weniger ergrauen. Nicht erlaubt sind Weiß, Braun und Mahagoni, deutliche Zweifarbigkeit, weiße Blessen oder weiße Haare an den Läufen. Viele Briard-Welpen kommen dunkler zur Welt und hellen bis zum Erwachsenenalter auf, die endgültige Farbe zeigt sich daher oft erst nach einiger Zeit.

Die doppelten Afterkrallen

Eine Besonderheit, die man leicht übersieht: An jedem Hinterlauf trägt der Briard zwei Afterkrallen, also zwei zusätzliche, deutlich getrennte Zehen mit Kralle, die nahe am Fuß sitzen. Der Standard begründet das mit der Tradition der französischen Hütehunde. Eine einfache oder fehlende Afterkralle hinten ist ein disqualifizierender Fehler. Im Alltag brauchen diese Zehen Aufmerksamkeit, weil ihre Krallen sich nicht von selbst ablaufen und regelmäßig gekürzt werden müssen.

Wesen nach Standard

Der Standard fasst das Wesen knapp: ausgeglichen, nicht aggressiv und nicht ängstlich, ruhig und furchtlos. Aggressive oder übermäßig ängstliche Hunde werden disqualifiziert. Was das im Zusammenleben bedeutet, wie viel Wachsamkeit und Eigenständigkeit im Briard steckt und für wen er passt, beschreibt die Seite Charakter und Wesen.

Der Briard unter den französischen Hütehunden

Frankreich hat mehrere eigenständige Hütehundrassen hervorgebracht. Der nächste Verwandte des Briards ist der kurzhaarige Beauceron (Berger de Beauce), der ebenfalls doppelte Afterkrallen hinten trägt. Daneben gibt es den rauhaarigen Berger de Picardie und die kleineren Pyrenäenschäferhunde. Optisch wird der Briard gelegentlich mit dem Bobtail verwechselt, der aber aus England stammt, anders gebaut ist und ein deutlich dichteres, wolligeres Fell hat.

Für wen sich der Briard eignet

Ein Briard ist kein Hund für nebenbei. Er braucht täglich Bewegung und Beschäftigung für den Kopf, eine klare und zugleich freundliche Erziehung und eine Fellpflege, die Zeit kostet. Wer das bieten kann, bekommt einen loyalen, aufmerksamen Begleiter, der eng an seine Menschen gebunden ist. Bevor du dich für einen Welpen entscheidest, lohnt der Blick in die Bereiche Welpen kaufen und Gesundheit.

Quellen

  • FCI-Standard Nr. 113 Berger de Brie (Briard), gültige Fassung vom 04.11.2008, deutsche Übersetzung vom 11.12.2012
  • Tierschutzgesetz (TierSchG), § 6 zum Amputationsverbot
Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Wie groß wird ein Briard?
Der FCI-Standard nennt für Rüden 62 bis 68 cm und für Hündinnen 56 bis 64 cm Widerristhöhe. Damit gehört der Briard zu den großen Hütehunden. Ein festes Gewicht schreibt der Standard nicht vor, erwachsene Tiere liegen meist grob zwischen 30 und 40 kg.
Welche Farben gibt es beim Briard?
Erlaubt sind Schwarz, Fauve (ein warmes Falbbraun, auch mit wenig bis mittlerer schwarzer Überdeckung und oft mit Maske), Grau und Blau. Weiß, Braun, Mahagoni, deutliche Zweifarbigkeit und weiße Abzeichen gelten als disqualifizierend.
Warum hat der Briard doppelte Afterkrallen?
Der Standard hält die doppelten Afterkrallen an den Hinterläufen aus Tradition bei, wie es bei französischen Hütehunden üblich war. Eine einfache oder fehlende Afterkralle hinten ist ein disqualifizierender Fehler für Zucht und Ausstellung.
Ist der Briard dasselbe wie ein Berger de Brie?
Ja. Berger de Brie ist der offizielle französische Name, Briard die gebräuchliche Kurzform. Beide bezeichnen dieselbe Rasse, die bei der FCI unter der Nummer 113 geführt wird.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Briardworld.