Briard-Welpe: Die ersten Wochen im neuen Zuhause
Einzug, erste Nächte, Stubenreinheit, Sozialisierung und erste Regeln: wie die ersten Wochen mit dem Briard-Welpen gelingen, ohne ihn zu überfordern.
Hinweis: Diese Seite erklärt allgemeine Zusammenhänge und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bei Beschwerden, Lahmheit, Sehproblemen oder Futterumstellungen bei kranken Hunden entscheidet die Tierarztpraxis.
Die ersten Wochen mit einem Briard-Welpen sind weniger ein Trainingsprogramm als eine Eingewöhnung. Der Welpe muss Mutter und Geschwister hinter sich lassen, ein neues Zuhause kennenlernen und dir vertrauen lernen. Was er dafür braucht: Ruhe, viel Schlaf, feste Abläufe, häufige Gelegenheiten zum Lösen und eine behutsame Dosis neuer Eindrücke.
Wie du den passenden Welpen findest und welche Unterlagen er mitbringen sollte, beschreibt der Bereich Briard-Welpen kaufen.
Vor dem Einzug: die Vorbereitung
Ein Welpe darf in Deutschland frühestens mit über acht Wochen von der Mutter getrennt werden, viele Briard-Züchter geben ihre Welpen etwas später ab. Nutze die Zeit davor, um alles vorzubereiten.
- Ruhiger Liegeplatz abseits vom Durchgangsverkehr, dazu eine Transportbox als Rückzugsort
- Näpfe, das Futter, das der Welpe beim Züchter bekommen hat, und ein Fütterungsplan
- Weiches Halsband oder Welpengeschirr, eine leichte Leine und eine Schleppleine
- Treppengitter, Kabelschutz, giftige Pflanzen und Kleinteile außer Reichweite
- Rutschfeste Teppiche auf glatten Böden
- Kauspielzeug in passender Größe
- Weiche Bürste und grober Kamm, um von Anfang an Fellpflege zu üben
- Termin bei einer Tierarztpraxis in den ersten Tagen
- Haftpflichtversicherung abgeschlossen, Anmeldung zur Hundesteuer vorbereitet
- Urlaub oder Homeoffice für die erste Zeit organisiert
Frag den Züchter nach einem Tuch oder Spielzeug, das nach Mutter und Geschwistern riecht. Für die ersten Nächte ist das ein kleiner Trost.
Der erste Tag
Hol den Welpen möglichst am Vormittag ab, damit er bis zur ersten Nacht Zeit hat, anzukommen. Für die Autofahrt ist eine zweite Person ideal, die sich um den Welpen kümmert. Plane Pausen ein und nimm Küchenpapier mit.
Zu Hause gehst du zuerst mit ihm an die Stelle, an der er sich lösen soll. Dann darf er die Wohnung in Ruhe erkunden, am besten zunächst nur ein oder zwei Räume. Besuch von Freunden und Verwandten hat Zeit. Gerade ein Briard, der von Natur aus vorsichtig mit Fremden ist, profitiert davon, dass die ersten Tage ruhig und überschaubar bleiben.
Die ersten Nächte
Die meisten Welpen schlafen in den ersten Nächten unruhig. Sie sind es gewohnt, mit den Geschwistern zu liegen, und müssen nachts noch oft raus. Bewährt hat sich ein Schlafplatz direkt neben deinem Bett. Wenn der Welpe unruhig wird, trägst du ihn wortlos nach draußen, lässt ihn sich lösen und bringst ihn ohne Spiel zurück. Mit der Zeit werden die Nächte länger.
Stubenreinheit
Welpen können ihre Blase noch nicht lange kontrollieren. Je häufiger du ihnen die Gelegenheit gibst, draußen zu lösen, desto schneller lernen sie.
Bring deinen Welpen nach draußen:
- direkt nach dem Aufwachen
- nach jedem Fressen
- nach dem Spielen und nach Aufregung
- wenn er schnüffelnd im Kreis läuft
- zusätzlich in regelmäßigen Abständen tagsüber
Lobe ruhig, wenn er sich draußen löst. Passiert drinnen ein Missgeschick, wischst du es kommentarlos weg und reinigst die Stelle gründlich, damit kein Geruch bleibt. Schimpfen bringt nichts, es lehrt den Welpen höchstens, sich heimlich zu lösen.
Schlaf und Ruhe
Ein Welpe braucht sehr viel Schlaf, oft ein Großteil des Tages. Übermüdete Welpen werden wild, beißen mehr und lernen schlechter. Sorge dafür, dass er nach Aktivität wieder zur Ruhe kommt, notfalls in der Box oder hinter einem Gitter. Kinder im Haushalt müssen lernen, dass ein schlafender Welpe nicht gestört wird.
Sozialisierung: neue Eindrücke in kleinen Portionen
Die ersten Lebensmonate sind die Phase, in der ein Welpe besonders leicht lernt, was normal und ungefährlich ist. Ein Teil dieser Zeit fällt noch in die Zeit beim Züchter, der Rest in die ersten Wochen bei dir. Für einen Briard mit seinem Wachinstinkt ist eine gute Sozialisierung besonders wichtig, damit er später gelassen mit Besuch, Alltagsgeräuschen und fremden Menschen umgeht.
Das Ziel ist nicht möglichst viel, sondern möglichst positiv:
| Bereich | Beispiele | Wie |
|---|---|---|
| Menschen | Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Hut oder Schirm | aus Distanz beobachten, freiwillige Kontakte |
| Umwelt | Straßenverkehr, Fahrräder, Bahnhof, Markt | kurz, mit Rückzugsmöglichkeit |
| Untergründe | Gitter, Holz, Kies, Pfützen, Fliesen | spielerisch, mit Futter |
| Geräusche | Staubsauger, Türklingel, Gewitter | zuerst leise, dann schrittweise |
| Tiere | freundliche erwachsene Hunde, Katzen, Pferde, Schafe | kontrolliert, kein Hetzen |
| Pflege | Bürsten, Ohren, Pfoten, Zähne, Krallen | täglich wenige Sekunden |
Lies die Körpersprache deines Welpen. Zieht er sich zurück, klemmt die Rute ein oder will weg, war es zu viel. Dann gehst du einen Schritt zurück. Eine gut geführte Welpengruppe ergänzt die Sozialisierung, ersetzt aber nicht die Alltagserfahrungen mit dir.
Erste Regeln und Training
Mit einfachen Dingen kannst du sofort anfangen: auf den Namen reagieren, kurz Blickkontakt, sich an Halsband oder Geschirr anfassen lassen, Tauschen statt Wegnehmen. Halte die Einheiten sehr kurz und hör auf, solange es Spaß macht.
Lege mit allen im Haushalt fest, was erlaubt ist: Darf der Hund aufs Sofa? Wo wird gefüttert? Briards lernen schnell, auch Ausnahmen. Was du jetzt durchgehen lässt, ist später schwer zu ändern. Wie die Erziehung weitergeht und wie du mit dem Hütetrieb umgehst, zeigt der Bereich Erziehung.
Zwicken und Hüten
Fast alle Welpen beißen im Spiel. Bei Briards kommt der Hütetrieb dazu: Sie zwicken gern in Fersen und Hosenbeine, besonders bei Kindern, die rennen. Unterbrich das ruhig, biete ein Spielzeug als Alternative an und beende das Spiel, wenn es zu wild wird. Reagiere nicht mit Wegrennen oder lauter Aufregung, das macht es für den Welpen nur spannender.
Kurz allein bleiben
Übe von Anfang an, dass du für wenige Sekunden aus dem Raum gehst und wiederkommst, ohne großes Aufhebens. Steigere die Zeit langsam. Wer drei Wochen ununterbrochen beim Welpen ist und dann plötzlich vier Stunden weg, überfordert ihn.
Gesundheit, Futter und Gewicht
In den ersten Tagen stellst du den Welpen in der Tierarztpraxis vor. Dort wird der Impfplan fortgeführt, über Entwurmung und Parasitenschutz gesprochen und der Chip kontrolliert. Registriere den Chip bei einem Haustierregister, damit der Hund im Fall eines Entlaufens zugeordnet werden kann.
Füttere zunächst das gewohnte Futter weiter, damit der Magen nicht zusätzlich gestresst wird. Ein Futterwechsel, falls gewünscht, erfolgt später schrittweise über mehrere Tage. Wiege den Welpen regelmäßig. Wie sich ein gesundes Wachstum bei einer großen Rasse grob entwickelt, zeigt die Gewichtstabelle für Briard-Welpen.
Halte die Bewegung dosiert: freies Spiel auf weichem Boden ja, lange Spaziergänge, Treppen im Dauerbetrieb und wildes Springen nein.
Fellpflege von Anfang an
Das Welpenfell ist noch kurz und weich, die Pflege also leicht. Genau deshalb ist jetzt der richtige Moment, den Welpen ans Bürsten, an das Anfassen der Pfoten und an das Kontrollieren von Ohren und Augen zu gewöhnen. Ein paar ruhige Minuten am Tag mit Leckerli auf einem festen Pflegeplatz zahlen sich aus, wenn später der Fellwechsel kommt. Werkzeug und Technik stehen im Bereich Fellpflege.
Quellen
- Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHuV), § 2 zum Mindestalter bei der Trennung vom Muttertier
- Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) für Hunde
Fragen und Antworten
- Wie lange braucht ein Briard-Welpe, um stubenrein zu werden?
- Das ist sehr unterschiedlich. Viele Welpen haben das Prinzip nach einigen Wochen verstanden, zuverlässig nachts und ohne Missgeschicke sind manche erst mit vier bis sechs Monaten. Entscheidend sind häufige Gelegenheiten, ruhiges Lob draußen und kein Schimpfen bei Pfützen drinnen.
- Wo soll der Welpe in den ersten Nächten schlafen?
- In den ersten Nächten am besten in deiner Nähe, etwa in einer offenen Box oder einem Körbchen neben dem Bett. So bemerkst du, wenn er nachts rausmuss, und er fühlt sich nicht allein. Später kannst du den Schlafplatz schrittweise an den gewünschten Ort verlegen.
- Wie viel Bewegung braucht ein Briard-Welpe?
- Weniger, als viele denken. Ein Welpe braucht freies Spiel, kurze Erkundungsrunden und sehr viel Schlaf, aber keine langen Spaziergänge, kein Joggen und kein ständiges Treppensteigen. Die Gelenke eines großen Hundes wachsen noch, Überlastung kann ihnen schaden.
- Ab wann darf der Welpe zu anderen Hunden?
- Kontakt zu gesunden, geimpften und freundlichen Hunden ist von Anfang an wertvoll. Über Hundewiesen mit unbekannten Hunden und Orte mit vielen fremden Tieren sprichst du am besten mit deiner Tierarztpraxis, solange die Grundimmunisierung noch nicht abgeschlossen ist. Eine gut geführte Welpengruppe ist meist der beste Rahmen.
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- Erziehung
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Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Briardworld.